Leviathan


In dunkler Nacht und schattig Welt,
Wo jeder Mensch den Atem hält,
Der kostbar gar und unverhohlen,
Von dem Nephilim gestohlen.

Kostbar brennt der Funken schwach,
Schwach in dieser ewig Nacht,
Hält die Räder fest am drehen,
Dass wir all sie ja nicht sehen.

Gurt um Gurt und Zug um Zug,
Öl, das tropft und stetge Glut,
Fest verborgen in dem Kessel,
Unzerrüttbar ist die Fessel.

Feuer lodert in dem Bauch,
Gold fließt durch den Seidenschlauch,
Pumpen surren ohne Ruh,
Schneller auf und schneller zu.

Finsternis die Welt umgibt,
Die Welt, die vor dem Kessel liegt,
Nichts als Hüllen sind geblieben,
Hüllen, die einst Verse schrieben.
Hüllen, die einst weinten, lachten,
Hüllen, die gar Groß vollbrachten,
Hüllen, die vor Liebe sangen,
Hüllen, die nie mehr erklangen.

Dörr und trocken, tot und kalt,
Nur das rhythmisch Surren hallt.
Halb Maschine und halb Gott,
Nephilim, der größte Spott.

Alles Feuer dem Vulkan,
Einem Gott, der alles nahm,
Mensch geboren, Gott gekürt,
Wie Ikarus nun Funken schürt,
Selbst zerfallen, hoch von oben,
Hat die Welt und sich belogen,
Hat die Welt verdammt auf immer,
Immer weiter, immer schlimmer.

Wie das Tier, das stieg empor,
Das Haus entzündet, weil er frohr,
Wie der Mann, der Flügel schraubte,
Dabei nur an sich mehr glaubte,
Wie ein Engel, der gefallen,
Und dessen Worte ewig schallen.

Nephilim, halb Mensch halb Gott,
Nephilim, der größte Spott,
Nephilim, der Feuerherd,
Nephilim die Welt verzehrt,
Nephilim in Dunkelheit,
Weiter frisst und weiter schreit.


Räder knarzen, Kolben dröhnen,
Gurte spannen, Riemen stöhnen,
Blech verbiegt sich, Knochen bricht,
Der letzte Mensch sich selbst ersticht,
Tief ins Herzen, tief ins Sein,
Laut vor Schmerzen endlos schrein,
Ungehört als letzter hier,
Als letzter jener, die wie wir.

© Copyright 2026 Simon Wolf. Alle Rechte vorbehalten.

Free AI Website Creator